Nedelja, 16. Jun. 2024

Die Veröffentlichung der Gerichtsakten im Fall Epstein sorgten für weltweiten Wirbel. Einige deutschsprachige Stimmen. 

Das Jahr 2024 beginnt mit Jeffrey Epstein. In den USA ist durch die Veröffentlichung der ersten Gerichtsunterlagen die Affäre voll in den Fokus gerückt. Auch Ex-Präsident Bill Clinton steht unter scharfer Kritik. Das war nur der Anfang, am Freitag wurden weitere Dokumente veröffentlicht und so wird es weitergehen.

Große wie kleine Details kommen an die Öffentlichkeit – TKP hat am Freitag etwa über einen Fall berichtet.

Hier sind drei deutschsprachige Stimmen, die die Causa weiter thematisieren:

Journalist Miloz Matuschek schrieb auf seinem Blog von der „Staatsaffäre unserer Zeit“:

Die Veröffentlichung dieser Dokumente ist mit mehrwöchigem Vorlauf geschehen, doch in der deutschsprachigen Presse wird das Ereignis bisher vor allem in zwei Formen abgehandelt: als quasi “Nicht-Event” oder als Überraschungs-Coup. Entweder wird eine dpa-Meldung kolportiert (oder leicht umgeschrieben), welche in die Richtung geht, dass die Namensnennung ja noch selbst nichts beweise, frei nach dem Motto: Es gibt hier nichts zu sehen, alles schon mehr oder weniger bekannt. Oder aber die Namensnennung wird als voyeuristische Sensation hochgejazzt. Beides wird dem Ereignis nicht gerecht.

[…]

Bis hierher ist der Fall Epstein ein gewaltiger Missbrauchsskandal, der für die Beteiligten einen Reputationsschaden ungeahnten Ausmaßes bedeuten dürfte. Doch im Grunde beginnt hier erst ein Kaninchenbau, der weitaus tiefer reicht als systematischer sexueller Missbrauch durch Prominente. Der Fall Epstein hat das Potential zu einer globalen Staatsaffäre ungeahnten Ausmaßes. Wenn die letzten Details des Falls Epstein geklärt sind, dürfte die Weltordnung in gänzlich anderem Licht erscheinen. Warum?

Karin Kneissl, ehemalige Außenministerin Österreichs, äußerte sich auf ihrem Telegramkanal. Sie erinnert daran, dass Macht, Sex und Perversion schon länger eng verknüpft sind:

Auf der Epstein Insel Little James mit seinen vielen schmutzigen Geschichten über Geld, Perversionen und Politik ging es um Kontakte oder, wie es die Mafia seit jeher definiert, “Networking”.

Im alten Wien gab es das Hotel Sacher, in Paris das Montmartre und heute in Übersee den Epstein-Kreis. Die Gastgeberin sitzt also im Gefängnis, der Gastgeber ist tot, aber die Kunden hatten nur Spaß oder mehr?

Der Wiener Schriftsteller Arthur Schnitzler schrieb über solche immer wiederkehrenden Plots wie ein echter Seelenforscher. Und viele Freier und österreichische Pädophile blieben von Strafverfahren verschont. Damals, Anfang 1900. Genau wie heute. Man musste die richtigen Leute kennen.

Das Medium Exxpress.at erinnerte an den österreichischen Pass der bei Epstein im Zuge einer Hausdurchsuchung gefunden worden war. Antworten bekam die Öffentlichkeit diesbezüglich keine:

“Epsteins Anwalt sagte vor vier Jahren, dass der 66-jährige Milliardär den Pass in den 1980er-Jahren nur für den Fall hatte, bei einer Flugzeugentführung als Geisel genommen zu werden. Die Gefahr dafür sei damals Jahren bei Flügen in den Mittleren Osten hoch gewesen. Jetzt tauchten aber Aussagen im aktuellen Prozess in New York auf, dass dieser österreichische Reisepass nicht nur für einen Notfall gedacht gewesen sei, sondern auch tatsächlich verwendet worden ist – und zwar für Reisen nach Frankreich, nach Großbritannien, Spanien und Saudi Arabien, das würden die Stempel der Zollbehörden belegen.”

Der anonyme X-Influencer Haginho fasste es so zusammen:

Teile der Epstein Liste wurden bereits freigeben/veröffentlicht! Der Server mit den Infos ist zeitweise abgeschmiert, so extrem ist das Interesse in den USA. Das wird für einige sehr ungemütlich werden und einige Pädo … äh …. Protagonisten sind bereits bekannt. Ohne Twitter/X würde man all das easy unter den Teppich kehren können, aber die Zeiten sind vorbei. Nehmt euch Popcorn und „genießt“ die Panik in Hollywood und der US-Politik in den nächsten Tagen und Wochen.

Ob es wirklich so kommt, und aus den Veröffentlichungen echte Konsequenzen abseits eines Medienspektakels folgen, wird man erst sehen….

Original Content Link:

https://tkp.at/2024/01/05/stimmen-zum-fall-epstein/